Monatsarchiv: August 2012

Die erste Fahrt nach Kumasi – „8 months, is ist enough time to learn the ghanian way of life??“

Denchemousso, das Dorf in dem unsere Ghanian-German-School und der Kindergarden sind, ist eine Art Vorstadt von Kumasi – eigentlich eher ein Dorf. Kumasi selber, als zweitgrößte Stadt in Ghana mit ca. 1,5 Mio. Einwohnern hat den größten Markt Westafrikas und zeigt sich als hektische, laute, bunte Stadt.

 

Wir besuchen zuerst das In-Viertel ADUM, in dem sich das Vodafone-Center befindet, wo sich einige von uns Internet-Sticks kaufen. Weiterhin gibt es hier Banken, einen Supermarkt, in dem man Nutella für 15 GhCedi, oder Tampons für 20 GhCedi kaufen kann. Ich habe mir eine laminierte Karte von Kumasi und seinen Vierteln gekauft – auf der Rückseite befindet sich dasselbe für Accra. Ich denke, dass sie bei Reisen hilfreich sein kann, da die einzelnen Stadtteile oft anders ausgesprochen werden, als sie geschrieben werden – z.B. schreibt sich die Gegend in der der Central Market ist „Kejetia“, wird aber „Ketja“ gesprochen und leider verstehen sie, die Ghanaer ; ) dich nicht, wenn du die Orte anders aussprichst als sie es kennen.

 

Als ich Kumasi letztes Jahr besuchte, habe ich hier in ADUM übernachtet. Promt laufe ich an unserem damaligen mit 47 GhCedi völlig überteuerten Hotel „the Kingsway“ vorbei. Da ruft ein Ghanaer nach mir und ich erkenne Kwaku wieder, der mich und Jakob letztes Jahr einen Tag durch Kumasi führte. Er hat mit uns Pito getrunken, das eher im Norden übliche Hirsebier, uns die Gegend gezeigt und abends unter einer der wenigen Straßenlaternen seine Bilder gezeigt, die er verkauft.

 

Er hieß mich willkommen in Ghana, und wenn ich denn eine so lange Zeit hier sei, habe ich ja die Möglichkeit „to learn the ghanian way of life and to learn the Twi“, die Sprache des Ashani-Volkes hier in und um Kumasi.

 

Ja das wärs doch! Twi lernen und das ghanaische Leben so verinnerlichen, dass dich die Ghanaer zwar anstarren und Obroni rufen, aber sobald sie mit dir in Kontakt kommen, dich wertschätzen und erkenne, dass du ein tatsächliches Interesse an ihnen und ihrer Kultur hast. Momentan noch werden wir – wie wir als ein Pulk von Weißen, die die hier übliche Gestik und Körpersprache nicht kennen, eher angestarrt und belächelt oder manchmal als unfähig angesehen.

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Ankunft am Flughafen – die erste Nacht – das erste Fettnäpfchen

Am International Kotoka Airport angekommen sind wir Sonntag Nacht. Es ist dunkel und der Jahreszeit entsprechend schwül. Unten an der Flugzeugtreppe steht ein Ghanaer, der sich versichern will, dass ich nicht den Weiterflug nach Abidjan (Elfenbeinküste) plane, sondern wirklich nach Ghana will.

Ich begrüße ihn mit Akwaaba, das einzige, was mir momentan einfällt. Er freut sich und fragt mich „ete sen?“, also „wie geht’s dir?“ Weil ich wohl recht sparsam schaue, hilft er mir mit „äye!!“

Unsere Maschine hatte bereits in Istanbul eine Stunde Verspätung, die Sicherheitskontrolle geht schleppend voran und schließlich fehlt bei der Gepäckausgabe ein Rucksack und ein Beamer, der für die Schule in Denchemousso gedacht war. Wir sind also bereits zweieinhalb Stunden im Verzug. Von Orientierungslosigkeit keine Spur stehen wir vor dem „Lost and Found“ Schalter und versuchen dem Beamten unser Problem zu schildern. Nachdem wir K.K., Alberts Sohn, der uns vom Flughafen abholen soll, mittels eines fremden Telefons erreicht haben, hilft er dabei, herauszufinden, das das Gepäckstück wohl in Istanbul stecken geblieben ist und am nächsten Tag in Accra ankommen soll.

Ziemlich übermüdet werden wir fünf Mädels samt unserer zehn Gepäckstücke auf zwei Autos aufgeteilt. Eins davon ist K.Ks das andere ein Taxi. Ich sitze also endlich wieder in einem ghanaischen Taxi. Was ich nun am liebsten wollte ist eine Zigarette rauchen – die erste seit ich von Karin – auf diesem Weg nochmal vielen Dank – zum Münchner Flughafen gebracht wurde. Aber erstens ists in Ghana nicht gern gesehen, wenn jemand in der Öffentlichkeit raucht, zweitens in Taxis wohl eh verboten, wie ich im nachhinein gelesen habe und drittens weist mich mein Taxifahrer darauf hin, dass er ein „petrol-leck“ hat. Also besser nicht rauchen.

So fahren wir dank einer Mischung aus bescheidenen Straßen und einem klapprigen alten Peugeot ziemlich holprig aber doch rasant in ein nahe gelegenes Hotel.

We have two rooms left and its very late so i hope you can manage.“ Mit diesem Kommentarmacht uns K.K. Klar, dass wir mit zwei Doppelzimmern zurechtkommen sollen – diese eine Nacht. Morgen früh geht’s um 7 Uhr los. „We will have a breakfast for about thirty minutes“. Und K.K. weißt uns darauf hin, dass es 7 Uhr german time sein soll. Was bedeutet, dass es pünktlich losgeht, nicht wie in Ghana – oder sicher anderen außerdeutschen Ländern üblich – ungefähr um 7 Uhr.

Morgends holt er uns mit dem selbem Taxifahrer ab und fährt mit uns zu seinem Haus. Dort hat er auf seiner Veranda den Tisch mit Tassen für uns gedeckt, es gibt gekochtes Wasser mit wahlweise löslichem Nescafe oder Lipton yellow tea – Schwarztee und Sugarbread- von der Konsistenz wohl ähnlich wie Milchbrötchen und etwas süßlich im Geschmack.

Anschließend fahren wir zur O.A. Station – einem der Busunternehmen, die die luxeriösere Variante zu Reisen darstellen. Es sind richtige Omnibusse, so wie wir sie in Deutschland kennen, mit viel Beinfreiheit und einer Klimaanlage, die mir auf der fünfstündigen Fahrt nach Kumasi dann doch Probleme beschert.

Die Fahrt ins 270 km entfernte Kumasi kostet 20 GhCedi – umgerechnet keine 10 Euro, da der Wechselkurs gerade bei 2,4 liegt. Das Gepäck kostet extra und bereits hier trete ich in mein erstes Fettnäpfchen:

K.K. gibt dem Fahrer fürs Gepäck 40 GhCedi, der streckt ihm 5 entgegen, die K.K. aber nicht nehmen will. Ich in meinem jugendlichen Leichtsinn denke, K.k. wills nicht, weils der Fahrer behalten soll, aber nein. Carmen Carmen, wir sind in Ghana, hier geht’s ums Feilschen um alles was bezahlt werden will, um jede Dienstleistung wird gefeilscht und natürlich wollte K.K. mehr Geld. Was mache ich, ich nehme dem Fahrer die 5 Cedi ab….nungut, wir alle lachen – K.K. sagt mir „you safed the driver!“ alle lachen und los geht die Fahrt.

Kurzmitteilung

Akwaaba!!

…soll heißen „Willkommen“.

„Willkommen“ auf meinem blog.

„Willkommen“ auf meiner 8-monatigen Reise.

…ich werde voraussichtilich – in shalla – am 26. August abends um ca. halb acht am Kotoka International Airport in Accra, der Hauptstadt von Ghana landen.

http://www.cardcow.com/images/set386/card00080_fr.jpg

Und irgendwo dort – ich kann mich nicht mehr erinnern – ist in großen Lettern AKWAABA zu lesen und Ghana heißt mich willkommen!!

so heiße ich jeden, der möchte, willkommen mich auf meiner Reise zu begleiten…