„Moving the nation“ – robber bombs und Oba Yaa

Die Fahrt nach Accra verlief ein bißchen anders als erwartet. Lisa Ha und ich sind morgens um 8 Uhr hier los und waren nach einigen Trotro-Umsteigereien – das sind hier so Art Linienbusse meist aus alten Transportern aus Europa – an der MMT-Station. Für längere Strecken gibt es ein eigenes Bussystem, wie schon mal beschrieben, sind das richtige Omibusse, und es gibt sie in Privater Hand, diese sind komfortabler und wie ich jetzt nach Accra weiß, auch schneller und es gibt das staatliche Busunternehmen MMT – Metro Mass Transit. Mit dem Motto „MOVING THE NATION“. Hier sind wir gegen 9:30 Uhr. Der Bus startet, wenn er voll ist, das weiß man, eigentlich auch eine sehr unweltschonende Sache, allerdings kann das bei 65 Sitzen schon so eine ganze Weile dauern – in unserem Fall ca. 2,5 Stunden. But remeber!! „There is no hurry in life!!“ Die letzten Sitze sind immernoch nicht besetzt, allerdings beschwert sich irgendwann eine Frau lauthals beim Driver und einige stimmen mit ein, so dass sich schließlich der Fahrer überreden läßt und siehe da, während er das Busgelände verlassen will, finden sich auch für die letzten drei Plätze noch Mitfahrer. Bis wir aus der Stadt raus sind, ist es ca. 12:30 Uhr und die Fahrt dauert zwischen 4 und 6 Stunden.

Die Strecke zwischen Kumasi und Accra ist die meistbefahrene hier in Ghana. Sie ist zudem zum Großteil gut ausgebaut. Erst gegen Ende, sagen wir die letzten Hundert km vor Accra entwickelt sich die meist geteerte Straße in eine hubbelige staubige Sandpiste. Viele der Fahrgäste halten sich Taschentücher vor den Mund und die Nase. Alles läuft wie am Schnürchen, bis wir vor uns auf der Straße eine Explosion sehen. Im ersten Moment völlig verunsichert, frag ich den Jungen neben wir, was denn da jetzt los sei, er antwortet mir „this are armed robber bombs“. Ich mir meinem Englisch und seiner Ausprache nicht ganz sicher, denke im ersten Augenblick natürlich an bewaffnete Räuber und im zweiten an das wirtschaftlich und politisch ach so stabile Ghana und bin etwas verwirrt. Auch dem zufolge, wie gelassen sich der Rest der Fahrgäste verhält, zweifle ich an meinem Verständins und frage einen zweiten Fahrgast. Er erklärt mir nun, dass die vermeindlichen robber bombs verwendet werden, um die Blocks, also das Gestein zu zerbomben und damit zu zerkleinern, um es zu pulverisiieren und anschließend für den Straßenbau zu verwenden. PUUhh – also keine Räuber. Damit werden aus den rObber bombs – rUbber bombs und später erfahre ich warum sie so genannt werden. Rubber – eigentlich Gummi wird hier für alles mögliche was aus Plastik hergestellt wird verwendet. Und da das Dynamit für diese Bomben in Plastibehälter gegeben wird, heißen diese RUBBER BOMBS – so einfach kann es sein. Es gibt eben auch rubber bowl – Platikschüssel, rubber bucket – Plastikeimer oder only rubber, damit sind dann die Plastiktüten gemeint, die hier bei jedem gekaufen Artikel, und sei es Essen, z.B. Reis and Stew, gratis mitgegeben werden.

Zurück zur Fahrt. Nachdem die Straße freigeräumt wurde, sich mittlerweile ein kleiner Stau gebildet hat, geht die Fahrt weiter. Meine Bitte an wen auch immer ist jetzt nur, dass wir noch vor der Dämmerung in Accra im richtigen Trotro Richtung Teshie sitzen.

Meine Bitte wird auch erhört – allerdings steigen Lisa und ich nicht ins richtige Trotro. Anstelle am Labadi Beach befinden wir und in Labadi Mami – ich denke der Stadt zum dazugehörigen Strand. sodass wir später – mittlerweile ist es dunkel – doch ein Dropping-Taxi nehmen, dass uns zum verabredeten Platz bringt, wo wir von einem Freund unserer Guesthouse-Besitzerin abgeholt und endlich heimgefahren werden. Die Tore vom African-Swiss-Guesthouse in Teshie-Rasta öffnen sich für uns gegen 20 Uhr. Wir sind da, Oba Yaa – Frau Yaa – heißt uns willkommen und stärkt LIsa mit Spaghetti und Tomatensoße und ich bekomme anstelle den Nudeln gekochte Yam. Jetzt sind wir selig und froh angekommen zu sein und legen uns alsbald in das saubere Bett mit wunderbar wohltuenden Matratzen. Challenge geschafft!!

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