Monatsarchiv: Januar 2013

Reisezeit – „what are you looking for?“

Reisezeit – so heißt mein Fotoordner der die Bilder der letzten Wochen beinhaltet. Diese Reisezeit begann am 13. Dezember, dann gabs eine kurze Unterbrechung, in der wir von der GGS unsere „end of term exames“ bewältigten, und schließlich begannen die offiziellen Ferien und damit Weihnachten, Neujahr und am am 14. Januar war ich wieder in Kumasi. Das ist nun auch schon wieder  2 Wochen her. Die letzten Wochen vergehen nun wie im Flug ist meine Befürchtung, weshalb sich hin und wieder der Gedanke einer Verlängerung meines Aufenthaltes aufdrängt. Aber warten wirs mal ab….

 

Wie kann man 4 Wochen Reisezeit nun kurz und knackig, damits auch ein paar Leute lesen, beschreiben?? Schwierig – also hab ich beschlossen, ich lass es – es gibt keine Dokumentation meiner Reisewochen.

 

Kurz – wo ich überall war….

 

Mitte Dezember:     

Northern Region –   Tamale und Larabanga

Weihnachten bis kurz vor Silvester:  

Accra –   Teshie, Tema: Strand, Meer und Schmutz, Industriehafen

Industriehafen Tema

Industriehafen Tema

wie unser Ruhrgebiet ??

wie unser Ruhrgebiet ??

Fischerhafen

Fischerhafen

Industriehafen Tema

Industriehafen Tema

Silvester und zum Auskurieren:

Western Region –    Strand, Meer und Palmen keine Schmutz  und keine                                                                  Menschenseele

keine Menschenseele

keine Menschenseele

keine Menschenseele

keine Menschenseele

Fischerdorf

Fischerdorf

Rundhütte

Rundhütte

Strand und Palmen

Strand und Palmen

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Januar:    

Eastern Region        Kofuridua – Beadsmarket                                                                                     Glas- und Bronzeperlen bis zum Abwinken

Volta Region –          Wandern, Wildnis, Herbst und Bootfahren

Bootfahren

Bootfahren

 

Damit sind bis auf die obersten zwei Regionen Upper West und Upper East alle Regionen Ghanas besucht. Wir Mädels haben also mehr von Ghana gesehen als die meisten Ghanaer selber. Ohne Witz, das was wir hier tun, dieses Land bereisen, seine  Sehenswürdigkeiten und verschiedenen Landschaften bestaunen – seien es Berge – manche würden es vielleicht eher Hügel nennen, Wald und Wiesen oder Sandstrand und Meer oder die absolute Einöde und Savanne, die der Norden zu bieten hat.

 

What are you looking for?

 

Wenn wir unseren ghanaischen Freunden erzählen, wo wir überall waren, sind sie meist beeindruckt, ganz aufgeregt und einer fragte mich dann „What are you looking for?“ Gute Frage. Was suche ich eigentlich? Und was macht man mit all den Eindrücken, die man von diesem Land gewinnt? Man versucht sie fest zu halten – klar. Gedankliches in Tagebüchern – analog oder wie hier digital und man macht Fotos und das bis weilen nicht zu knapp. Du versuchst die Atmosphäre einzufangen wenn du in der Volta Region neben den Wli-Waterfalls stehst. Alles ist sauber – das Wasser ist klar, wie es sich in den Bergen gehört und du bist von der unbändigen Kraft des hinabstürzenden Wassers beeindruckt. Man macht Fotos, obwohl man weiß, dass dieses Naturempfinden niemals eingefangen werden kann. Ist die Alternative dann im Moment zu leben und zu geniesen, und leider aufgrund fehlender Dokumentation alles zu vergessen, bzw. beschränkter zu sein in den Möglichkeiten sich die Erlebnisse wieder ins Gedächtnis zu rufen? O.K. Das sind touristische Orte. Manchmal – zum Beispiel bei den Wli-Waterfalls musst du extra fürs Mitnehmen einer Kamera beim Touristencenter bezahlen, also gut – dann benutzt du sie auch sicher.

 

Aber was ist mit dem erschütternden, beklommenen Gefühl das man bekommt, wenn man am Stadtstrand in der Nähe des Ghettos von Accra/Teshie steht. Man sieht Müllberge, Plastikinseln, Klamotten und Schuhe und alles nur Erdenkliche, das an den Strand gespült wird. Unser eins würde nie auf die Idee kommen, hier zu baden – die Bewohner dieser Stadtteile hingegen, für sie ist das ganz normal.

Was macht man also mit diesen Momenten? Immernoch dokumentieren?  Orte, des täglichen Lebens – ohne touristische Highlights – aber für mich als Europäer mit soviel Absurdem, Ungewohntem, und Erstaunlichem verbunden, dass mans eigentlich festhalten will. Wie soll man seinen Freunden und Verwandten zu hause all die Geschichten erzählen – ohne unterstützendes Fotomaterial. Aber da überkommt mich dann doch die Scham – meistens zumindest.

 

Aber nochmal zur Frage „What are you looking for?“ Das wirkliche Ghana sehen und erleben? Aber was ist das wirkliche Ghana? Und wo ist es zu finden? Im unberührten Norden, wo die Kolonialisten nie Interesse zeigten, weil keine Bodenschätze zu finden sind und für die Sklaverei – ach was, viel zu weit im Inland.  Das Afrika das man sich vorstellt, Sand – roter Sand, Rundhütten, Fahrradfahrer, Moslems in ihren wunderschönen Kutten… Hier findet man die älteste Moschee Westafrikas – wieder ein touristisches Spektakel, auch wenn sie kleiner ist als man es sich vorstellt. Hier findet man aber auch Familien in ihren Rundhütten, die Sheabutter herstellen, das dort traditionell als Nahrungsfett zum Braten verwendet wird. Sie verkaufen Sheabutter billigst an Deutsche, welche es anschließend mit vermutlich gehöriger Preisspanne parfümiert und koloriert an den Mann bzw. die Frau bringen. Globalisierung – Internationalisierung juhe…

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Maremüll

Maremüll

Müll Müll

Müll Müll

Kakteenaktion

Kakteenaktion

Waterfalls

Waterfalls

Waterfalls

Waterfalls

Voltaregion mit MOTORBIKES erforschen

Voltaregion mit MOTORBIKES erforschen

BAR oder SPOT, wie Trinkanstalten hier genannt werden

BAR oder SPOT, wie Trinkanstalten hier genannt werden

Yaya - sie is meine ;)

Yaya – sie is meine 😉

Friends

Friends

Cocobeach - grad recht fürs Schweinderl

Cocobeach – grad recht fürs Schweinderl

Cocobeach

Cocobeach

beim Ausgehen

beim Ausgehen

 

 "kleine Fisch" = frittierte kleine Heringe

„kleine Fisch“ = frittierte kleine Heringe

Nach dieser Reisezeit ist für mich klar es sind weniger die tourisitschen Orte, Sehenswürdigkeiten, Strände, die mich an diesem Land interessieren. Es sind mehr die Orte des täglichen Lebens, die mit den Geschichten, Erfahrungen und Einstellungen aber auch Wünschen und Vorstellungen der Bewohner gefüllt, die bei mir Eindruck hinterlassen. Und ich muss es zugeben, es sind meist die eben nicht so schönen Gegenden  des Landes.

 

Wieder in Kumasi zu sein, ist wie wieder nach Hause zu kommen – tatsächlich. Und sich gewahr zu werden, dass nach 6 Wochen einiges anders wird – bzw. dieses zuhause verlassen wird. Also gilt es nochmal alles rauszuholen, was geht. Nachdem sich meine Trommelerlebnisse bisher in Grenzen gehalten haben, hab ich über ATO eine Art Musikschule im Unigelände der KNUST gefunden, das traditionelle ghanaische Trommelei unterrichtet – es sind international bekannte Musiker – ich kenn jetzt keinen namentlich – aber gut, das heißt nix. Morgen ist meine erste Unterrichtsstunde und ich bin wirklich aufgeregt, weil ich schon lange nicht mehr und erst recht nicht mit so professionellem Pack getrommelt habe.

 

Außerdem steht noch ein Bronze-Perlen-Workshop an – eigentlich für den Rest meiner Zeit hier an der GGS geplant aber wenn das mit der Trommelei der Hammer wird, kann ich nicht beides machen. Wir werden also sehen…

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