Einmal GREATER ACCRA bitte….

Einmal Accra und Teshie bitte…einmal wieder dahin, wo ich herkomm. Einmal wieder da hin, wo ich letztes Jahr meinen ersten Ghanaaufenthalt hatte, der mich schließlich wieder nach Ghana gebracht hat.

Dahin wo ich mich vielleicht und sicherlich etwas besser als in Kumasi auskenne, wo ich Leute treffe, die ich kenne, die mich und meinen Namen kennen und denen ich einfach Vertrauen entgegenbringen kann und möchte, weil sie ein bißchen wie Familie sind – oder Freunde. Weil sie mich letztes Jahr herzlichst in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben, der ein oder andere mir viel über die Kultur erzählt hat, mir gezeigt hat, wie man hier kocht und „miteinander ißt“. Wo ich zwar sicherlich immernoch die Weiße bin, wo mir aber nicht das Gefühl gegeben wird ein Strager zu sein, sondern invited.

Nachdem hier in Ghana die Familie eine präsentere Rolle spielt als bei uns in Deutschland….z.B. Ist es üblich, dass die verscheidensten Familienmitglieder in unterschiedlichster Konstellation zusammen leben – nicht unbedingt freiwillig, sondern weils dort Arbeit gibt, oder die Schule, die besucht werden soll, dort liegt, oder weil ein Kind geboren wird und deshalb ein Cousin zu einem ander Onkel ziehen muss. So ist es auch üblich, dass Kinder nicht unbedingt bei ihren Eltern aufwachsen, sondern vielleicht bei der Tante oder bei der Großmutter.

Ich wollte also das Haus, in dem ich letztes Jahr gewohnt habe und seine Mitbewohner besuchen, es liegt in Teshie Tebibiano. Damals lebte dort der Cousin des Hausbesitzers und eine Famile, bestehend aus einer Mutter mit ihren beiden Kindern und einem Hausmädchen. Da die Mutter nun in einem anderen Stadtteil von Teshie einen Laden eröffnet hat, von dem aus es zu weit wäre jeden Abend nach Hause zu kommen, wohnt sie nun mit ihren Kindern und dem Hausmädchen in der Nähe des Ladens und ist nur ab und zu im Haus. Anstelle dessen wohnt nun ein anderer Cousin und die Schwester der Mutter in diesem Haus. – Neues Jahr, neue Mitbewohner. Trotzdem wird zu jeder Zeit davon gesprochen, das die ursprünglichen Mieter immernoch drin wohnen, lustig, aber manchmal verwirrend. Vielleicht sind sie es, die die Miete bezahlen, oder diejenigen Familienmitglieder, die anfangs hier gewohnt haben und nach und nach andere ihres Clans zwar hier schlafen und leben– aber nicht als Bewohner gesehen werden, wer weiß das schon so genau. Vielleicht ist die ursprüngliche Mieterin die älteste und ist und bleibt damit das Oberhaupt und der Mieter 😉

Greater Accra nennt sich eine der zehn Regionen hier in Ghana. Es sind so zu sagen Regierungsbezirke – oder eher Verwaltungseinheiten Wie auch immer. Greater Accra umschließt die Hauptstadt ACCRA und die westliche Küste kurz bevor der Volta Lake ins Meer fließt ;).

Neben Teshie, wollte ich in Accra die factory der TRASHY-BAGS besichtigen. Sie verwertet unter anderem die hier üblichen sachet water/pure water rubbers. Hier wird das Trinkwasser in 500ml Plastikbeuteln verkauft, welche nach dem Leeren meist auf der Straße landen. Genauso wird mit dem Eis und dem Youghurt verfahren, die ebenfalls in farbenfrohem Plastik verpackt sind. Dass Ghana ein Müllproblem hat, ist sicher bekannt, und diese Firma geht einen eigenen Weg, dieses Problem kreativ zu lösen.

Im Nordosten von Accra liegt die TK-Beads-factory, die die hier populären Glasperlen herstellt. Auch eine Art Müllverwertung, da diese Beads aus Altglas hergestellt werden. Alles alles alles ist reine Handarbeit!!

Neben der Besichtigung der factory und dem Verfolgen der einzelnen Arbeitsschritte, hat jede Firma natürlich auch ihren eigenen Showroom, wo man sich dann mit dem Material eindecken kann. Vor allem in der Beads-factory kam der Kaufrausch über mich, vor lauter Farben und Formen gings soweit, dass Lisa und ich nur noch mit den letzten Cedis gerade so nach Hause gekommen sind. Jetzt kann ich meine eigenen Armbänder kreieren…HURRA…

Hiermit danke an AFRICA-RECYCLED, von wo ich die einzelnen factories entnommen habe.

Was gabs sonst noch??

am Labadi Beachchillen am strandStrand, Sonne, Sonnenbrand,

abends die Windbrise vom Meer her, deshalb auch eine kleine Erkältung

 

Peter Tosh Nights im „Rolling Stone“, Reggae-Nights mit „Princess Labadi Beach“

3 eier täglich!!täglich drei Eier als Gemüseomlette zum Frühstück bei Oba Yaa, genauso wie vier Hunde und acht Junge (1 männlich und 7 weiblich)

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Biergartenfeeling und endlich Rauchen!!

n Ghana ist das Rauchen in der Öffentlichkeit unüblich. Wir haben erst nach vier Tagen den ersten Menschen überhaupt hier rauchen sehen. Es war ein etwas verwegen wirkender alter Herr. Ich bin von uns Mädels die einzige Raucherin, die nicht unbedingt vorhatte hier aufzuhören. Bisher habe ich nur abends in der Dunkelheit auf dem Weg hinterm Campus hin und her laufend eine Zigarette geraucht und mich dabei genauso verwegen gefühlt wie dieser ältere Herr. Das hat nun ein Ende, denn auf dem Weg nach Tanaso, wo die örtliche University of Education steht und damit mein Internetcafé, befindet sich ein sog. „Spot“. So nennen sich hier die Kneipen. Dieser Spot erinnert mich stark an einen Biergarten, denn seine Plastiktische und -stühle finden sich von Bäumen überdacht – eben wie bei uns die Kastanienbäume – auf diesem Wege ein Gruß an die Kervansaray.

Der Spot wird von einer Frau betrieben, die ihr Baby auf ihrem Rücken gebunden trägt, während sie uns die verschiedensten Sorten Gin anbietet. Gin ist in Ghana wohl sehr beliebt – zumindest bei den Christen, denn die Moslems, die ich bisher als solche kennengelernt habe verweigern den Alkohol. Sie hingegen kauen als Stimuli Tigernuts. Uns eher bekannt als Colanüsse – mit einer anregenden, den Hunger stillenden Wirkung – auf TWI „Atadwe“ genannt. Geschmack und Konsistenz erinnern mich stark an Kokosnuß.

Jedenfalls ist in diesem Spot das Rauchen erlaubt – ganz ohne Verwegenheitsgefühl – fehlt nur noch eine Bezugsquelle, denn bisher rauche ich im Zimmer gefundene übriggebliebene Zigaretten – Danke an Unbekannt.

Sich Platz geschaffen und eingelebt

Mittlerweile haben wir alle unsere Zimmer gründlich geputzt und entrümpelt. Schränke ausgeräumt, alte abgelaufene Medikamente von unseren Vorgängern entfernt und vieles Nützliches gefunden, wie z. B. Einmalhandschuhe,„Westafrikanisch Kochen“ von Cobbinah, der den Ghana-Führer im Peter Meyer Verlag veröffentlicht hat, oder z.B. PU SChaum ;), mit dem ich versucht habe das Leck unseres Klos zu versiegeln (Es ist mir im Übrigen misslungen.)

Ich teile mir mein Zimmer mit Lisa Pfeffer. Es ist ca.30 qm groß, hat zwei einzelne Betten, einen funktionierenden Kühlschrank und sogar eine Couchgarnitur, die vor ca. 7 Jahren von SChülern der Vocational School hergestellt wurden. Das habe ich aus einem Reisebericht erfahren, den ich beim Ausräumen unseres Schranks gefunden habe. Eine Volunteerin, die im Herbst 2005 für 3 Monate hier war, hat ihre Berichte ausgedruckt und samt Bildern hier gelassen-eine gute Idee.

Seit dem hat sich wohl einiges verändert, was die Schule und die Organisation derselben angeht. Vieles beschreibt sie aber auch genau so, wie wir es hier erleben. Das ständige Angestarrt-werden, die ständigen Obruni-Rufe, die uns als Weiße begrüßen oder belächeln sollen – oder kopfschüttelnd uns bemittleiden.

Wir haben einen neuen Duschvorhang erworben, da unserer am abschimmeln war. Erstaunlicherweise hatte dieser neue, noch verpackte Duschvorhang bereits Risse und Löcher und dort, wo eigentlich die Löcher für die Aufhängungen sein sollten, waren keine zu finden. Das Material ist dermaßen miserabel – das hat mich an meine Kaffeetasse erinnert, die ich ein paar Tage vorher gekauft hatte. Eine Plastiktasse, die so schlecht verarbeitet ist, dass man Obacht geben muss, sich beim Trinken nicht zu verletzt. Was hier zu kriegen ist, scheint von noch schlechter Qualität zu sein, als wir es in Deutschland von Billigprodukten gewohnt sind.

Die erste Fahrt nach Kumasi – „8 months, is ist enough time to learn the ghanian way of life??“

Denchemousso, das Dorf in dem unsere Ghanian-German-School und der Kindergarden sind, ist eine Art Vorstadt von Kumasi – eigentlich eher ein Dorf. Kumasi selber, als zweitgrößte Stadt in Ghana mit ca. 1,5 Mio. Einwohnern hat den größten Markt Westafrikas und zeigt sich als hektische, laute, bunte Stadt.

 

Wir besuchen zuerst das In-Viertel ADUM, in dem sich das Vodafone-Center befindet, wo sich einige von uns Internet-Sticks kaufen. Weiterhin gibt es hier Banken, einen Supermarkt, in dem man Nutella für 15 GhCedi, oder Tampons für 20 GhCedi kaufen kann. Ich habe mir eine laminierte Karte von Kumasi und seinen Vierteln gekauft – auf der Rückseite befindet sich dasselbe für Accra. Ich denke, dass sie bei Reisen hilfreich sein kann, da die einzelnen Stadtteile oft anders ausgesprochen werden, als sie geschrieben werden – z.B. schreibt sich die Gegend in der der Central Market ist „Kejetia“, wird aber „Ketja“ gesprochen und leider verstehen sie, die Ghanaer ; ) dich nicht, wenn du die Orte anders aussprichst als sie es kennen.

 

Als ich Kumasi letztes Jahr besuchte, habe ich hier in ADUM übernachtet. Promt laufe ich an unserem damaligen mit 47 GhCedi völlig überteuerten Hotel „the Kingsway“ vorbei. Da ruft ein Ghanaer nach mir und ich erkenne Kwaku wieder, der mich und Jakob letztes Jahr einen Tag durch Kumasi führte. Er hat mit uns Pito getrunken, das eher im Norden übliche Hirsebier, uns die Gegend gezeigt und abends unter einer der wenigen Straßenlaternen seine Bilder gezeigt, die er verkauft.

 

Er hieß mich willkommen in Ghana, und wenn ich denn eine so lange Zeit hier sei, habe ich ja die Möglichkeit „to learn the ghanian way of life and to learn the Twi“, die Sprache des Ashani-Volkes hier in und um Kumasi.

 

Ja das wärs doch! Twi lernen und das ghanaische Leben so verinnerlichen, dass dich die Ghanaer zwar anstarren und Obroni rufen, aber sobald sie mit dir in Kontakt kommen, dich wertschätzen und erkenne, dass du ein tatsächliches Interesse an ihnen und ihrer Kultur hast. Momentan noch werden wir – wie wir als ein Pulk von Weißen, die die hier übliche Gestik und Körpersprache nicht kennen, eher angestarrt und belächelt oder manchmal als unfähig angesehen.

Ankunft am Flughafen – die erste Nacht – das erste Fettnäpfchen

Am International Kotoka Airport angekommen sind wir Sonntag Nacht. Es ist dunkel und der Jahreszeit entsprechend schwül. Unten an der Flugzeugtreppe steht ein Ghanaer, der sich versichern will, dass ich nicht den Weiterflug nach Abidjan (Elfenbeinküste) plane, sondern wirklich nach Ghana will.

Ich begrüße ihn mit Akwaaba, das einzige, was mir momentan einfällt. Er freut sich und fragt mich „ete sen?“, also „wie geht’s dir?“ Weil ich wohl recht sparsam schaue, hilft er mir mit „äye!!“

Unsere Maschine hatte bereits in Istanbul eine Stunde Verspätung, die Sicherheitskontrolle geht schleppend voran und schließlich fehlt bei der Gepäckausgabe ein Rucksack und ein Beamer, der für die Schule in Denchemousso gedacht war. Wir sind also bereits zweieinhalb Stunden im Verzug. Von Orientierungslosigkeit keine Spur stehen wir vor dem „Lost and Found“ Schalter und versuchen dem Beamten unser Problem zu schildern. Nachdem wir K.K., Alberts Sohn, der uns vom Flughafen abholen soll, mittels eines fremden Telefons erreicht haben, hilft er dabei, herauszufinden, das das Gepäckstück wohl in Istanbul stecken geblieben ist und am nächsten Tag in Accra ankommen soll.

Ziemlich übermüdet werden wir fünf Mädels samt unserer zehn Gepäckstücke auf zwei Autos aufgeteilt. Eins davon ist K.Ks das andere ein Taxi. Ich sitze also endlich wieder in einem ghanaischen Taxi. Was ich nun am liebsten wollte ist eine Zigarette rauchen – die erste seit ich von Karin – auf diesem Weg nochmal vielen Dank – zum Münchner Flughafen gebracht wurde. Aber erstens ists in Ghana nicht gern gesehen, wenn jemand in der Öffentlichkeit raucht, zweitens in Taxis wohl eh verboten, wie ich im nachhinein gelesen habe und drittens weist mich mein Taxifahrer darauf hin, dass er ein „petrol-leck“ hat. Also besser nicht rauchen.

So fahren wir dank einer Mischung aus bescheidenen Straßen und einem klapprigen alten Peugeot ziemlich holprig aber doch rasant in ein nahe gelegenes Hotel.

We have two rooms left and its very late so i hope you can manage.“ Mit diesem Kommentarmacht uns K.K. Klar, dass wir mit zwei Doppelzimmern zurechtkommen sollen – diese eine Nacht. Morgen früh geht’s um 7 Uhr los. „We will have a breakfast for about thirty minutes“. Und K.K. weißt uns darauf hin, dass es 7 Uhr german time sein soll. Was bedeutet, dass es pünktlich losgeht, nicht wie in Ghana – oder sicher anderen außerdeutschen Ländern üblich – ungefähr um 7 Uhr.

Morgends holt er uns mit dem selbem Taxifahrer ab und fährt mit uns zu seinem Haus. Dort hat er auf seiner Veranda den Tisch mit Tassen für uns gedeckt, es gibt gekochtes Wasser mit wahlweise löslichem Nescafe oder Lipton yellow tea – Schwarztee und Sugarbread- von der Konsistenz wohl ähnlich wie Milchbrötchen und etwas süßlich im Geschmack.

Anschließend fahren wir zur O.A. Station – einem der Busunternehmen, die die luxeriösere Variante zu Reisen darstellen. Es sind richtige Omnibusse, so wie wir sie in Deutschland kennen, mit viel Beinfreiheit und einer Klimaanlage, die mir auf der fünfstündigen Fahrt nach Kumasi dann doch Probleme beschert.

Die Fahrt ins 270 km entfernte Kumasi kostet 20 GhCedi – umgerechnet keine 10 Euro, da der Wechselkurs gerade bei 2,4 liegt. Das Gepäck kostet extra und bereits hier trete ich in mein erstes Fettnäpfchen:

K.K. gibt dem Fahrer fürs Gepäck 40 GhCedi, der streckt ihm 5 entgegen, die K.K. aber nicht nehmen will. Ich in meinem jugendlichen Leichtsinn denke, K.k. wills nicht, weils der Fahrer behalten soll, aber nein. Carmen Carmen, wir sind in Ghana, hier geht’s ums Feilschen um alles was bezahlt werden will, um jede Dienstleistung wird gefeilscht und natürlich wollte K.K. mehr Geld. Was mache ich, ich nehme dem Fahrer die 5 Cedi ab….nungut, wir alle lachen – K.K. sagt mir „you safed the driver!“ alle lachen und los geht die Fahrt.

Kurzmitteilung

Kotoka International Airport in Accra

Akwaaba!!

…soll heißen „Willkommen“.

„Willkommen“ auf meinem blog.

„Willkommen“ auf meiner 8-monatigen Reise.

…ich werde voraussichtilich – in shalla – am 26. August abends um ca. halb acht am Kotoka International Airport in Accra, der Hauptstadt von Ghana landen.

http://www.cardcow.com/images/set386/card00080_fr.jpg

Und irgendwo dort – ich kann mich nicht mehr erinnern – ist in großen Lettern AKWAABA zu lesen und Ghana heißt mich willkommen!!

so heiße ich jeden, der möchte, willkommen mich auf meiner Reise zu begleiten…